Spaziergang mit Folgen
von Petra Cettinich

An einem Sonntagabend, das Wetter war nicht gerade einladend zum Gassi gehen, meinte es Edwin mal wieder gut mit mir: „Bleib ruhig sitzen, ich gehe heute mit den Hunden raus. Sonst gehst Du ja immer.“

Draußen lag Schnee. Feldwege, die wir mit unserem Artus gehen, werden ja nicht geräumt.

Gesagt, getan. Edwin machte sich auf den Weg. Es dauerte trotz des unfreundlichen Wetters ziemlich lange ehe Edwin wieder nach Hause kam.

Als ich ihn sah, lachte ich  Edwin hinkte und stöhnte. „Na, bist Du ausgerutscht?“ – „Oh, der Oberschenkel tut furchtbar weh, hier oben oberhalb der Kniekehle.“ Ich faßte an. „Nein!!! Nicht anfassen.“ Da lachte ich nicht mehr. Edwin legte sich erst mal hin und erzählte dann:

„Dein Hund…“ (es ist immer mein Hund, wenn er etwas angerichtet hat oder nicht gefolgt hat) „…ist losgerannt und hat vergessen, daß er an der Leine war. Ich bin in hohem Bogen hinterhergeflogen und flach auf dem Schnee gelandet, mit dem Gesicht nach unten“.

Edwin hatte versucht, sich dagegenzustemmen, um das Stürzen zu vermeiden. Das war sein Fehler.

Als wir am nächsten Tag zum Arzt kamen war die Diagnose eine höchst seltene: Ein ganzer Muskelbündel war am Oberschenkel gerissen (nicht nur ein Muskelfaserriß, nein der komplette Muskel). Der Oberschenkel zeigte eine tiefe Delle nach innen. Oberhalb schmerzte es nicht. Bis zur Kniekehle war alles geschwollen und blitzeblau. "Operiert wird das nicht. Es muß selbst zusammenwachsen." Edwin bekam Krücken und mußte 2 Wochen zu Hause bleiben.

Eines hat er daraus gelernt: schon vorher darauf achten, daß Artus nicht an der Leine zu rennen anfängt. So ein IW ist eben doch ein sehr kräftiger Bursche.

Jedoch: wäre es nicht derart glett und vereist gewese, wäre edwin auch nicht gefallen. Artus war nur bedingt schuld...